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Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. (DKG)

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9.12.2003

Ergebnisse der Umfrage 2003 des Krankenhaus-Barometers

Das Deutsche Krankenhausinstitut e.V. (DKI) hat die Ergebnisse der Jahresumfrage 2003 des Krankenhaus-Barometers vorgelegt. Die Ergebnisse beruhen auf der Befragung einer repräsentativen Stichprobe von allgemeinen Krankenhäusern, die in der Zeit von Mai bis September 2003 durchgeführt wurde. Daran teilgenommen haben insgesamt 409 Krankenhäuser.

Start des DRG-Systems

Die Möglichkeit zur Ausnahme von der Nullrunde in 2003 hatte zu einer breiten Teilnahme an der freiwilligen Einführungsphase des DRG-System (Option) geführt. 70% der in der Umfrage abgebildeten Krankenhäuser haben optiert. Die konkrete Umsetzung erfolgte jedoch in sehr unterschiedlicher Weise.

So konnten von den Krankenhäusern, die fristgerecht (bis zum 31.10.2002) die Teilnahme am DRG-System in 2003 erklärt hatten, über die Hälfte bereits im Januar nach Fallpauschalen abrechnen. Bis Mitte des Jahres konnten dies sogar drei Viertel der Häuser umsetzen. Fast 80% verfügten bereits über eine genehmigte Budget- und Entgeltvereinbarung.

Anders stellt sich die Situation bei den Krankenhäusern dar, die nachträglich optiert hatten. Hier konnte bis Mitte des Jahres 2003 noch kein Haus stationäre Leistungen mit Fallpauschalen abrechnen und erst 10% verfügten über eine genehmigte Budget- und Entgeltvereinbarung. Die tatsächliche Umsetzung des Fallpauschalensystems ist Voraussetzung für die Ausnahme von der Nullrunde in 2003.

Bezüglich der Budgetverhandlungen berichteten 23% aller Optionshäuser von Verzögerungen durch die Krankenkassen und 28% von Schwierigkeiten bei der Anerkennung der Veränderungsrate. Über Probleme mit den Krankenkassen bei der praktischen Umsetzung des Systems konnte nur ein kleiner Teil der befragten Krankenhäuser bereits Angaben machen. Etwa ein Fünftel dieser kleinen Gruppe berichtete von einer Verschlechterung der Liquidität durch die Teilnahme am Optionsmodell.

Insgesamt 162 Krankenhäuser konnten auf der Basis des Fallpauschalenkataloges 2003 Angaben zu der Summe der Bewertungsrelationen und dem individuellen Basisfallwert machen. Hiernach ergibt sich ein durchschnittlicher Basisfallwert von 2.630 Euro. Zur Ermittlung dieses Wertes wird die Summe der Erlösbudgets durch die Summe der Bewertungsrelationen geteilt. Die Durchschnittswerte für neue und alte Bundesländer sind hierbei nahezu gleich. Von diesen 162 Häusern konnten 158 zusätzlich Angaben zur Anzahl der Fallpauschalen machen. Daraus lässt sich ein Casemix-Index von 0,9587 errechnen. Zur Ermittlung dieses Wertes wird die Summe der Bewertungsrelationen durch die Anzahl der Fallpauschalen geteilt. Hier bestehen geringfügige Unterschiede zwischen den alten Bundesländern (0,9626) und den neuen Bundesländern (0,9440).

Ausgewertet wurden zusätzlich DRG-relevante Angaben aller Krankenhäuser zu fachabteilungsbezogenen Daten wie die Fallzahl, die Summe der Bewertungsrelationen und die Summe patientenbezogener Schweregrade für das Jahr 2002.

Ein Grossteil der Krankenhäuser reagiert auf die Einführung des DRG-Systems mit organisatorischen Veränderungen. So haben drei Viertel der Häuser ihre Fachabteilungen mittels EDV vernetzt; bei zwei Drittel der Häuser sind interdisziplinäre Aufnahmestationen geplant oder bereits umgesetzt. Systematische Patientenpfade sind ebenfalls ein herausragendes Thema (bei 10% bereits umgesetzt, bei 73% geplant).

Entwicklungen im Personalbereich

Der Europäische Gerichtshof hatte mit einer Entscheidung zum arbeitsrechtlichen Charakter von Bereitschaftsdiensten eine Neufassung des entsprechenden deutschen Gesetzes unumgänglich gemacht. Die Bundesregierung ist mit dem Gesetz zu Reformen am Arbeitsmarkt jedoch weit über die europäischen Mindestnormen hinausgegangen. Damit würde der Weg zu einer kosteneffizienten Organisation der Bereitschaftsdienste im Krankenhaus weitgehend versperrt. Die DKG hat sich mit einer breit angelegten Kampagne gegen diese weltfremde Neuregelung gewandt und stattdessen flexible Möglichkeiten zur Arbeitszeitgestaltung gefordert. Die endgültige Entscheidung hierüber fällt voraussichtlich Mitte Dezember im Vermittlungsausschuss zwischen Bundestag und Bundesrat.

Welchen Umfang das Problem in der stationären Versorgung hat, lässt sich anhand der diesjährigen Befragung eindrucksvoll ersehen. In 71% der Krankenhäuser leisten die Ärzte aller bettenführenden Fachabteilungen Bereitschaftsdienst. In weiteren 18% der Krankenhäuser betrifft dies die Ärzte in der Mehrzahl der Abteilungen. Das bedeutet: 89% der Krankenhäuser sind von Problemen des Bereitschaftsdienstes erheblich betroffen. Neben den bettenführenden Abteilungen sind überwiegend die Bereiche OP, Anästhesie, Radiologie und Labor betroffen. Weit verbreitet ist der „traditionelle“ Bereitschaftsdienst, bei dem auf den Tagdienst ein Bereitschaftsdienst bis zum nächsten Morgen folgt. Dies wird in 41% der Krankenhäuser in allen Abteilungen und in weiteren 21% der Betriebe in der Mehrzahl der Abteilungen praktiziert.

Die unverändert angespannte Finanzlage der Krankenhäuser hat in 2003 zu weiteren Veränderungen im Personalbestand geführt. So wurde in den alten Bundesländern in 53% der Häuser und in den neuen Bundesländern in 36% der Häuser Personal abgebaut. Insgesamt 197 Krankenhäuser konnten konkrete Angaben machen, wieviele Stellen sie bis Mitte 2003 abgebaut haben. Rechnet man diese Angaben auf die Gesamtheit der Krankenhäuser hoch, dann ist allein für die erste Jahreshälfte 2003 ein Abbau von über 8.700 Vollkräften zu vermuten.

Umsetzung der Empfehlung zur Wahlleistung Unterkunft

Über 90% der Krankenhäuser verhandeln ihre Entgelte zur Wahlleistung Unterkunft nach der „Gemeinsamen Empfehlung von DKG und PKV zur Bemessung der Entgelte zur Wahlleistung Unterkunft“. Über ein Drittel der Befragten zeigt sich jedoch mit der Umsetzung unzufrieden. Dies liegt vermutlich an den Verfahren der Selbsteinstufung, bei denen sich die Krankenhäuser mit dem Verband der PKV über die Abgrenzung und Bewertung der Komfortelemente auseinandersetzen müssen. Bei einem weiteren Drittel der Befragten liegen die Äußerungen zwischen „sehr zufrieden“ und „teils, teils“. Das fehlende Drittel macht zur Zufriedenheit keine Angaben. Das Verfahren der Selbsteinstufung wird von den Krankenhäusern engagiert genutzt. So fügen 46% der Häuser dem Einstufungsbogen freiwillig zusätzliche Nachweise und Belege bei, zum Beispiel in Form einer Fotodokumentation.

Teilnahme an Disease-Management-Programmen (DMP)

Die Bedeutung von DMP wird von den Krankenhäusern allgemein als hoch eingeschätzt. So erwarten 72% der Häuser bei einer Teilnahme an DMP positive Auswirkungen auf die Belegung, 36% sogar positive Auswirkungen auf das Budget. Daher überrascht es auch nicht, dass über die Hälfte der Krankenhäuser eine Teilnahme an DMP plant. In deutlichem Widerspruch hierzu steht jedoch die tatsächliche Beteiligung von Krankenhäusern an DMP. Nur wenige sind bislang vertraglich eingebunden. Lediglich 1,4% waren beim DMP Diabetes mellitus Typ 2 und 9,7% beim DMP Brustkrebs beteiligt. Dabei gehen 45% der Krankenhäuser davon aus, dass sich ihr Leistungsspektrum zur Teilnahme an den bisher bekannten DMP gar nicht eignet.

Dokumente zum Thema im PDF-Format:
Krankenhaus-Barometer Umfrage 2003  
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